Im Innenhof der Gebäudegruppe 25 und der Universitätsbibliothek schimmert eine futuristisch anmutende, nahezu eiförmige Stahlskulptur des chilenischen Künstlers Cristián Salineros. Als wäre sie aus dem Boden gewachsen, ragt das 4,50 mal 1,35 mal 2,90 Meter große Objeto mimético aus dem Rasen heraus. Zehn Zentimeter breite und wenige Millimeter starke Edelstahlstreifen sind kreuz und quer verbunden, bilden ein transparentes Korbgeflecht.
Auf einem Fuß stehend, schwebt die Skulptur horizontal über dem Boden und wird von den umstehenden Gebäuden eingerahmt. Das Zusammenspiel des Kunstwerkes mit der umliegenden Architektur schafft eine starke Dynamik. Dabei wirken die polierten Edelstahlstreifen wie ein Spiegel – die Reflexionen erzeugen Licht im Innengarten des Gebäudekomplexes, dem es sonst an Helligkeit fehlt. Durch diese Spiegelung wird die Skulptur scheinbar getarnt, aber sie lässt auch gleichzeitig die Umgebung in das organisch geformte Objekt eindringen. Diese Fähigkeit der Tarnung wird im Titel des Kunstwerkes aufgegriffen – Mimético kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet nachahmend, was auch in der Tierwelt bei der Mimese zu entdecken ist.
Mit seiner Kunst greift Salineros unter anderem traditionelle Kunsthandwerke wie das Korbgeflecht oder Webarbeiten auf und setzt diese mit modernen Materialen in zeitgenössische Kunst um. Dabei geht es ihm auch darum, zu entdecken, wie sich Form und Material in der jeweiligen Umgebung verhalten.
Hintergrund
Die Skulptur Objeto mimético entstand im Rahmen des Förderpreises für Skulptur der Deutschen Bank und wurde von ihr der Heinrich-Heine-Universität als Dauerleihgabe 2006 zum 40. Jubiläum übergeben. Der 1969 geborene Cristián Salineros studierte Druckgrafik in Chile. Er erhielt 2003 vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) ein Stipendium für ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, wo er bei Magdalena Jetelova, Rita McBride und Daniel Buren studierte. Inzwischen lebt und arbeitet er wieder in seiner Heimat Chile.