Eine solche Allianz ist neu in Deutschland. In der Hand der Universität zu Köln liegt die Konsortialführung des Verbindungsbüros, das in den Räumen des Goethe-Instituts in Accra zu finden ist. Neben der HHU gehören die TU Dortmund, die Universitäten Duisburg-Essen und Siegen sowie die Hochschule Rhein-Waal zu dem Bündnis.
„Wir streben eine bessere Vernetzung und Sichtbarkeit der Universitäten vor Ort an. Dabei geht es auch darum, Studierende für einen Austausch zu begeistern und weitere Forschungskooperation anzuregen“, sagt Prof. Dr. Stefan Marschall, Prorektor für Internationales und Wissenschaftskommunikation. „Einige unserer Professorinnen und Professoren arbeiten seit langem vertrauensvoll mit westafrikanischen Kolleginnen und Kollegen zusammen – dieses Miteinander wollen wir ausbauen.“
Zwei Beispiele
So hat die Historikerin Prof. Dr. Stefanie Michels über Erasmus-Programme bereits eine Partnerschaft mit der University of Ghana (Accra) und der Université de Lomé in Togo initiiert. Das Projekt läuft bis 2025; es werden auch Studierende aus Ghana und Togo an die HHU kommen. Und der Infektionsimmunologe Prof. Dr. rer.-nat. Marc Jacobsen arbeitet seit insgesamt 20 Jahren mit afrikanischen Einrichtungen zusammen. Seit 15 Jahren gibt es gemeinsame Projekte mit der KNUST (Kwame Nkrumah University of Science and Technology) in Kumasi. Hier wird in Zusammenarbeit mit dem Kumasi Center for Collaborative Research for Tropical Medicine (KCCR) zur Immunpathologie der Tuberkulose geforscht.
Die HHU strebt in ihrem Hochschulentwicklungsplan Partnerschaften mit Hochschulen des Globalen Südens an. Nun baut dieser Schritt auf den bestehenden Kooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen und Fakultäten in Afrika auf. Bei einem ersten runden Tisch im November 2022 kamen Interessierte aus allen Bereichen der HHU zusammen, um sich über weitere Felder des Zusammenwirkens auszutauschen. Diese Veranstaltung soll jährlich wiederholt werden.
Zunächst hat das Konsortium Pilotphase, eine Laufzeit von drei Jahren. Vor Ort leitet das Büro Dr. Beatrice Asenso Barnieh, die Kontakte in die ghanaische Hochschul- und Forschungslandschaft vermittelt. Die Geowissenschaftlerin stammt selbst aus Ghana; sie hat mehrere Jahre in Deutschland, den Niederlanden und China geforscht und studiert.
Interessierte Forschende und Dozierende der HHU können sich bei Fragen wenden an anette.gasche(at)hhu.de
Seit 2007 existiert ein Partnerschaftsabkommen des Landes Land NRW mit Ghana.