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Physik
Preise für HHU-Antimaterieforscherin und -forscher

Zwei Nachwuchsforschende, die am Lehrstuhl für Quantentechnologien und Fundamentale Symmetrien der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) arbeiten, wurden kürzlich für ihre Arbeiten zur Antimaterieforschung ausgezeichnet. Zusammen mit Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Stefan Ulmer erforschen sie Methoden, um Antimaterieteilchen mit weltweit höchster Genauigkeit zu spektroskopieren.

Zwei Personen mit Helm im Labor, links vorne ein Monitor, rechts viele Kabel, im Hintergrund eine Gerätewand mit HHU- und BASE-Logo. Zoom

Marcel Leonhardt und Dr. Barbara Latacz, beide Angehörige des Lehrstuhls von Prof. Dr. Stefan Ulmer an der HHU, in einer Experimenthalle am europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf. (Foto: HHU / Stefan Ulmer)

Am Experiment BASE (Baryon Antibaryon Symmetry Experiment) am CERN fangen die Forschenden Antiprotonen in speziell entwickelten Fallen ein, um sie spektroskopisch mit höchstmöglicher Präzision zu untersuchen. Ihr Ziel: Die fundamentalen Eigenschaften von Protonen und Antiprotonen anhand der Messungen an einzelnen Teilchen zu vergleichen, um auf diesem Wege nach winzigen Unterschieden zwischen beiden zu suchen. Damit können die Physiker die Grenzen des Standardmodells der Teilchenphysik überprüfen.

Marcel Leonhardt, Doktorand in Prof. Ulmers Düsseldorfer Arbeitsgruppe, wurde von der Deutschen Gesellschaft für Massenspektrometrie (DGMS) mit einem „Wolfgang-Paul-Studienpreis“ ausgezeichnet für seine Masterarbeit, die er 2025 vorlegte. Leonhardts Arbeit geht um den Transport von Protonen im Rahmen des Projekts BASE-STEP, das von Dr. Christian Smorra geleitet wird. In diesem Rahmen gelang 2024 erstmals, in Genf in einer speziell konstruierten mobilen Falle Protonen zu speichern und darin verlustfrei über das CERN-Gelände zu transportieren. 

Mit dem Studienpreis zeichnet die DGMS jährlich Master- und Doktorarbeiten aus, die wegen ihrer besonderen Qualität und Originalität auf dem Gebiet der Massenspektrometrie herausragen. Der Preis erinnert an den deutschen Physiker und Nobelpreisträger Prof. Dr. Wolfgang Paul, der die Grundlagen für Ionenfalle und ionenoptische Geräte legte.

Dr. Barbara Latacz, aktuell Gastwissenschaftlerin in Prof. Ulmers HHU-Arbeitsgruppe, wurde der „Boeing Quantum Creators Award“ verliehen. Der Preis würdigt Nachwuchsforscherinnen und -forscher, die das Gebiet der Quanteninformationswissenschaft und -technik in neue Richtungen vorantreiben. Er zielt darauf ab, die Vielfalt in diesem Bereich zu erhöhen. 

Latacz wird mit dem Preis für die Demonstration kohärenter Antiprotonen-Spinübergänge gewürdigt. Diese experimentelle Technik eröffnet neue Perspektiven für hochpräzise Tests fundamentaler Symmetrien. 

Lehrstuhlinhaber und BASE-Sprecher Prof. Dr. Stefan Ulmer: „Die Preise würdigen zwei hervorragende Nachwuchswissenschaftler, die während ihrer Karriere bereits wichtige wissenschaftliche Erfolge verzeichnen konnten. Innerhalb der BASE-Kollaboration wollen wir künftig beide technologischen Fortschritte kombinieren.“ Langfristiges Ziel ist es, mit einer Falle Antiprotonen vom CERN in spezielle, an der HHU entwickelte Hochpräzisionslabore zu bringen. „Wir bereiten in Düsseldorf die experimentellen Voraussetzungen vor, um fundamentale Symmetrien der Natur durch hochpräzise Vergleiche von Materie und Antimaterie noch empfindlicher zu testen“, so Ulmer.

Zu den Personen

Marcel Leonhardt (geboren 2001 in Wermelskirchen) studierte Medizinische Physik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Bachelor 2023, Master 2025). Er ist Doktorand bei Prof. Dr. Stefan Ulmer am Lehrstuhl für Quantentechnologien und Fundamentale Symmetrien an der HHU. Er forscht dort zur Antiprotonenspektroskopie und zum Transport von Antimaterie in speziellen Fallen. Im Jahr 2026 zeichnete ihn die Deutsche Gesellschaft für Massenspektrometrie mit einem „Wolfgang-Paul-Studienpreis“ aus.

Barbara Latacz (geboren 1992 in Zawiercie in Polen) studierte Physik an der Universität Warschau. Im Jahr 2019 promovierte sie am CEA Saclay und Universite Paris Sud zum Thema „Study of the antihydrogen atom and ion production via charge exchange reaction on positronium “. Sie ist Wissenschaftlerin am europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf und technische Koordinatorin des dortigen BASE-Experiments, das Prof. Dr. Stefan Ulmer leitet. Aktuell ist sie Gastwissenschaftlerin an der HHU. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Tests der Fundamentalphysik, im Besonderen die experimentelle Überprüfung der CPT-Symmetrie. 2026 wurde ihr der „Boeing Quantum Creators Award“ verliehen.

Autor/in: Arne Claussen
Kategorie/n: Auszeichnungen, Schlagzeilen, Pressemeldungen, Math.-Nat.-Fak.-Aktuell, Forschung Personalia