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Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) vergibt Preis für ganzheitliche Promovierendenbetreuung
Prof. Dr. Lena Daumann wird mit JCF-Best-Supervisor-Award ausgezeichnet

Erstmals verleiht das „JungeChemieForum“ (JCF) der Gesellschaft Deutscher Chemiker den „JCF-Supervisor-Award“ für besondere Leistungen bei der Betreuung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die erste Preisträgerin ist Prof. Dr. Lena Daumann von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU). Sie wird für ihr außergewöhnliches Engagement und ihre moderne Führungskultur ausgezeichnet. Verliehen wir der Preis im Rahmen des JCF-Frühjahrssymposiums im März 2026 in Köln.

Portraitfoto von Prof. Lena Daumann im Kuppelgewächshaus des Botanischen Gartens der HHU. Zoom

Prof. Dr. Lena Daumann, Leiterin des Instituts für Bioanorganische Chemie der HHU, wird mit dem JCF-Best-Supervisor-Award der Gesellschaft Deutscher Chemiker ausgezeichnet. (Foto: HHU / AG Daumann)

„Gute Betreuung entscheidet über Erfolg, Motivation und Wohlbefinden von Promovierenden. Die neue Auszeichnung des JCF würdigt Betreuerinnen und Betreuer mit außergewöhnlichem Engagement und moderner Führungskultur“, formuliert das JungeChemieForum das Konzept des erstmals 2026 verliehenen JCF-Best-Supervisor-Award.

„Die Jury zeichnet Prof. Dr. Lena Daumann für ihren herausragenden und ganzheitlichen Betreuungsansatz aus, der weit über das wissenschaftlich übliche Maß hinausgeht“, so die Laudatio der JCF an Prof. Daumann, Leiterin der Arbeitsgruppe „Bioanorganische Chemie“ an der HHU. Daumann berücksichtigte bei der Betreuung ihrer Mitarbeitenden auch Aspekte außerhalb des reinen Wissenschaftsbetriebs, etwa beim Umzug ihrer Arbeitsgruppe von München nach Düsseldorf. „Als ausgebildete Trainerin für psychische Gesundheit fördert sie aktiv das Wohlbefinden ihres Teams. Regelmäßige Entwicklungsgespräche und Soft-Skills-Training ergänzen ihr Konzept. Daumann steht zudem für Diversität, Inklusion und die FAIR-Prinzipien zum offenen Umgang mit Forschungsdaten“, so das JCF.

Prof. Daumann freut sich sehr über die Ehrung und erklärt: „Dieser Preis bringt exakt das zum Ausdruck, woran ich seit vielen Jahren arbeite: Die Betreuung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern nicht nur als reine Wissensvermittlung und Quelle für Forschungsoutput zu sehen, sondern als ganzheitlichen Förderprozess, der die persönliche Entwicklung der Promovierenden in den Mittelpunkt stellt. Was ich in den zehn Jahren meiner unabhängigen Karriere gelernt habe: Jede und jeder von uns bringt ein individuelles Set an Stärken, Interessen und individuellen Zielen mit. Diese Vielfalt zu erkennen und aktiv in die Betreuung einfließen zu lassen, ist für mich unverzichtbar. Die Arbeit mit dem Team, insbesondere gemeinsam mit jungen Menschen an spannenden wissenschaftlichen Fragestellungen zu arbeiten, ist für mich einer der schönsten Aspekte meiner Arbeit. Es ist ein großes Verdienst des JCF, das Thema ‚Betreuung‘ mit diesem Preis sichtbar zu machen.“

Weitere Informationen: Webseite der GDCh zum Frühjahrssymposium 2026  

Zur Person

Lena J. Daumann (geboren 1983 in Emmendingen) studierte Chemie an der Universität Heidelberg (Diplom 2009). Sie promovierte 2013 an der University of Queensland in Australien im Bereich Bioanorganische Chemie. Nach verschiedenen Stationen als Postdoc in Berkeley und in Heidelberg übernahm sie 2016 eine Professur für Bioanorganische und Koordinationschemie an der LMU München. Seit dem 1. Oktober 2023 ist sie W3-Professorin für Bioanorganische Chemie an der HHU.

Prof. Daumann forscht unter anderem zur Rolle der Elemente aus der Gruppe der Lanthanoide für Bakterien. Darüber hinaus entwickelt sie nachhaltige, bioinspirierte Trenn- und Recyclingmethoden für diese Gruppe von Elementen. Im Jahr 2020 erhielt sie einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrates ERC. Mit ihren Forschungen ist sie außerdem an mehreren, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Verbundforschungsprojekten beteiligt (SFB1309, SFB1573 und FOR BioOxCat). Sie veröffentlichte über 70 Arbeiten in begutachteten Journalen, unter anderem in Angewandte Chemie, PNAS, und Chemical Science. 

Für ihre Lehre und Forschung wurde Daumann mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt, darunter mit dem Ars Legendi-Preis für Chemie und dem Preis für gute Lehre Bayern sowie dem Earl L. Muetterties Memorial Lectureship der UC Berkeley. 2023 erhielt sie den FAIR4Chem Award für vorbildliches Forschungsdatenmanagement. An der HHU wurde sie 2025 mit dem Diversity Preis ausgezeichnet.

Autor/in: Arne Claussen
Kategorie/n: Auszeichnungen, Schlagzeilen, Pressemeldungen, Chemie Aktuelles, AC Daumann, Math.-Nat.-Fak.-Aktuell
Gruppenbild mit ca. 30 Personen im Kuppelgewächshaus der HHU. Zoom

Die Arbeitsgruppe von Prof. Daumann im Botanischen Garten der HHU. Daumann wird für ihr besonderes Engagement bei der Betreuung ihrer Doktorandinnen und Doktoranden geehrt. (Foto: HHU / AG Daumann)