Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen an Insektenbeinen sind unter dem Titel „A Biological Screw in a Beetle’s Leg“ in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science veröffentlicht.
An der Karlsruher Synchrotronstrahlungsquelle ANKA haben die Autoren hochauflösende mikrotomographische Untersuchungen am Hüftgelenk von Rüsselkäfern der Art Trigonopterus oblongus durchgeführt. Anhand der Daten hat van de Kamp dreidimensionale Computermodelle des Gelenks rekonstruiert. Sie zeigen, dass dieses wie ein Mutter-Schraube-Paar aufgebaut ist. Damit konnte die bisherige Ansicht widerlegt werden, dass es sich bei den Hüftgelenken von Käfern grundsätzlich um Scharniergelenke handelt. „Wir vermuten, dass durch dieses Konstruktion die Rüsselkäfer weiter nach unten greifen können, was für ihr Leben auf Zweigen und Blättern wichtig ist.“, so van de Kamp.
Der 29-Jährige van de Kamp promoviert bei Prof. i.R. Dr. Hartmut Greven am Department Biologie (Institut für Zoologie II) der HHU. Nach seiner Diplomarbeit (2007) am Institut für Zoomorphologie ging er 2008 nach Karlsruhe. Im Herbst 2011 will Thomas van de Kamp unter anderem über seine Forschung zum Schraubengelenk bei Insekten in Düsseldorf promovieren.
Original-Artikel
Thomas van de Kamp, Patrik Vagovič, Tilo Baumbach, Alexander Riedel, „A Biological Screw in a Beetle’s Leg”, Science 1. July 2011: 52