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600.000 Euro Förderung von Deutscher Bundesstiftung Umwelt
HHU-Forschung: Ökologisch hergestellte Wirkstoffe gegen multiresistene Keime

Die Zahl der Erreger, die gegen Antibiotika resistent sind, nimmt immer mehr zu. Um ihnen zu begegnen, sind neue Antibiotika notwendig. Eine viel versprechende Wirkstoffgruppe zur Erzeugung der Antibiotika der Zukunft sind die so genannten Biaryle, die auch in Schimmelpilzen vorkommen. An der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) startet jetzt ein interdisziplinäres Forschungsprojekt um Biarlye umweltschonend herzustellen.

Einige Biaryle wirken gegen Bakterien, die gegen herkömmliche Antibiotika resistent sind. Ihre Identifizierung ist aber erst der halbe Weg zu den neuen dringend benötigten wirkungsvollen Antibiotika. Denn die hoffnungsvollen Wunderstoffe kommen in der Natur nur in sehr geringen Mengen vor und, sie auf klassisch chemischem Weg herzustellen, ist entweder nicht möglich oder erfordert sehr aufwändige, energieintensive und vor allem auch umweltschädliche Verfahren. Deswegen suchen die HHU-Forscher ein alternatives Verfahren, in dem Biaryle aus der Natur als Antibiotika identifiziert und in einem ökologisch unbedenklichen, biotechnologischen Verfahren hergestellt werden.

Neben der Arbeitsgruppe von Prof.Dr. Vlada Urlacher (Institut für Biochemie der HHU) die das Projekt koordiniert, sind zwei weitere Düsseldorfer Arbeitsgruppen an der HHU (Prof. Dr. Peter Proksch, Institut für Pharmazeutische Biologie und Biotechnologie und Prof. Dr. Jörg Pietruszka, Institut für Bioorganische Chemie) und zwei Unternehmen (ASA Spezialenzyme GmbH, Wolfenbüttel und SeaLife Pharma, Tulln, Österreich) an dem Forschungsprojekt „Entwicklung eines umweltschonenden Verfahrens zur biotechnologischen Produktion von Biarylen als neuartige Pharmawirkstoffe“ beteiligt.

Das auf drei Jahre angelegte Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert. Von den gesamten Projektmitteln in Höhe von 1,5 Millionen Euro finanziert die Stiftung rund 630.000 Euro. Die übrigen Projektmittel bringen die Projektpartner ein. Die Projektförderung erfolgt im Rahmen des ChemBioTec-Netzwerkes, welches sich für die umweltverträgliche wirtschaftliche Umsetzung von Forschungsergebnissen einsetzt.

Autor/in: A.C.
Kategorie/n: Newsticker, Pressemeldungen, Forschung News