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Nutzpflanzenforscherin aus dem „Klaus Tschira Boost-Fund“ gefördert
Optimierte pflanzliche Mikrobiome

Die Pflanzenforscherin Dr. Eliza Loo, Arbeitsgruppenleiterin am Institut für Molekulare Physiologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU), wird für die kommenden zwei Jahre für ein Projekt zu mikrobiellen Gemeinschaften bei Nutzpflanzen gefördert. Ziel der im Rahmen des „Klaus Tschira Boost-Funds“ geförderten Forschung ist es, diese Gemeinschaften zu optimieren.

Portraitfoto von Dr. Eliza Loo in einem Büro, rechts sind zwei Monitore zu sehen. Zoom

Dr. Eliza Loo, Arbeitsgruppenleiterin am Institut für Molekulare Physiologie, wird durch den Klaus Tschira Boost-Fund gefördert. (Foto: HHU / Hamid Rouina)

Pflanzen leben in natürlichen Ökosystemen in enger Gemeinschaft mit Mikroorganismen, ihrem „Mikrobiom“. Manche stellen ihnen Nährstoffe bereit, andere schützen sie vor Krankheitserregern (Pathogenen) oder fördern das Pflanzenwachstum. Diese nützlichen Organismen können also sogenannte Bioinokulanzien zur Verbesserung der Leistung von Kulturpflanzen eingesetzt werden.

„Praktisch konnte dieses Konzept bisher aber noch kaum eingesetzt werden, denn noch ist nicht ausreichend verstanden, wie sich diese zusätzlich eingebrachten Bioinokulanzien in bestehende mikrobielle Gemeinschaften integrieren, die ja bereits um mit den Pflanzen in Gemeinschaft leben“, erläutert Dr. Eliza Loo die aktuelle Situation.

Sie möchte nun im Rahmen des vom Klaus Tschira Boost-Fund mit 120.000 Euro für zwei Jahre geförderten Projekts „Predicitve Rhizobiome Networks for Functional Microbiome Engineering“ die Interaktion von Mikroorganismen untersuchen. Sie will darin wurzelassoziierte Mikroorganismen (das „Rhizobiom“) kartieren sowie deren Stoffwechselaktivität untersuchen. Auf dieser Grundlage sollen Interaktionsnetzwerke erstellt werden, die die mikrobielle Integration vorhersagen können. 

Loo: „Wir wollen damit sehen, welche für die Nutzpflanzenentwicklung positiven Mikroorganismen mit dem natürlichen Mikrobiom zusammenpassen und welche nicht. Letztlich geht es darum, das Mikrobiom zu optimieren und möglichst effektive Bioinokulazien für die Nutzpflanzenentwicklung bereitzustellen.“

Im Rahmen der Förderung kann Dr. Loo nicht nur ihre Forschung vorantreiben. Der Klaus Tschira Boost-Fund bietet unter anderem auch Zugang zu einem Karriereentwicklungsprogramm, mit dem die Geförderten auch auf zukünftige Führungsrollen in der Wissenschaft vorbereitet werden.

Zur Person

Eliza Loo, geboren 1990 in Malaysia, studierte Biotechnologie, Molekularbiologie und Biowissenschaften an der Universiti Tunku Abdul Rahman in Malaysia sowie am Nara Institute of Science and Technology (NAIST) in Japan. 2019 promovierte sie mit einer Arbeit zur Pflanzenimmunologie am NAIST. Seit 2019 ist sie am Institut für Molekulare Physiologie der HHU (Institutsleiter: Prof. Dr. Wolf B. Frommer) tätig, zunächst als Postdoc, seit 2022 als Arbeitsgruppenleiterin des Teams Reis im Projekt Healthy Crops. 

Dr. Loos Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der Interaktion zwischen Pflanzen und Mikroben, um die Pflanzenresistenz gegen Krankheitserreger zu verbessern. Sie veröffentlichte als Autorin und Mitautorin über zehn wissenschaftliche Arbeiten in renommierten Zeitschriften wie Nature Biotechnoloy, Cell Host & Microbes und The Plant Biotechnology Journal. 

Sie erhielt verschiedene Förderungen, Stipendien und Preise. Neben dem nun verliehenen Förderung aus dem Klaus Tschira Boost-Funds gehören hierzu etwa der Eduard-Strasburger-Preis der DBG und ein „Seal of Excellence“ der Europäischen Kommission. 

Klaus Tschira Boost-Fund

Ziel dieses Programms von Klaus Tschira Stiftung (Finanzierung) und GSO – Guidance, Skills & Opportunities for Researchers e.V. ist es, Karrierewege von Forschenden in der Postdoc-Phase flexibler zu gestalten, zu beschleunigen und eine frühe Unabhängigkeit zu fördern. Dafür können exzellente Forschende Fördergelder für eigene riskantere oder interdisziplinäre Projekte beantragen, für die es sonst kaum Förderung gibt. So werden Freiräume und Kooperationen geschaffen.

Das Programm setzt gezielt auf Forschende, die mit ihrer Projektidee neue Wege beschreiten möchten, beispielsweise indem sie sich ein neues Forschungsfeld erschließen oder Ideen ausprobieren, für die es noch keine Vorarbeiten gibt. Solche Projekte können sonst nur schwer umgesetzt werden. Die Geförderten werden nach fachlicher Exzellenz, ihrem Potential und ihrer Motivation in einem hochkompetitiven Verfahren ausgewählt. Im jetzigen siebten Jahrgang werden 15 Fellows gefördert, bei 339 Bewerbungen aus ganz Deutschland.

Der Klaus Tschira Boost Fund wurde von GSO entwickelt, die das Programm verwaltet, sie ist die Anlaufstelle für alle Fellows und Alumni. 

Weitere Informationen: Webseiten des Programms

Autor/in: Arne Claussen
Kategorie/n: Schlagzeilen, Pressemeldungen, Math.-Nat.-Fak.-Aktuell, Forschung News