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HHU Intern Detail

Feierliche Benennung
Ein Straßenname würdigt Selma Meyer

An Selma Meyers großartige Lebensleistung erinnert nun eine nach ihr benannte Straße am Campus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU). Sie war die erste Professorin der Kinderheilkunde in Deutschland und die zweite Professorin der Medizin in Deutschland überhaupt. Ein Teil der Universitätsstraße – am Rektorat und an der Zufahrt zum Universitätsklinikum – wurde am 14. Juni 2022 in einem Festakt in Selma-Meyer-Straße umbenannt. Die Stadt, die Universität und das Klinikum setzen damit auf dem Campus, ihrem Schicksalsort, ein versöhnliches Zeichen gegen die Entehrung, Entrechtung und Enteignung Selma Meyers als jüdische Bürgerin Düsseldorfs.

Enthüllung des Straßenschildes Zoom

Festliche Enthüllung des neuen Straßenschildes: Bezirksbürgermeister Marko Siegesmund, Prof. Dr. Gisela Miller-Kipp, HHU-Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck und Prof. Dr. Klaus Pfeffer (v.l.n.r.).

Zur feierlichen Enthüllung des neuen Straßenschildes kamen zahlreiche Gäste, die sich an den Lebensweg der mutigen Ärztin erinnerten. Selma Meyer habilitierte sich vor genau 100 Jahren an der Medizinischen Akademie Düsseldorf, der Vorläuferinstitution der Heinrich-Heine-Universität und des Universitätsklinikums Düsseldorf. Sie wurde dort leitende Oberärztin der Kinderinfektionsklinik und zur außerordentlichen Professorin ernannt. Mit ihrer Forschung zu Infektionskrankheiten wurde sie international bekannt und zu einer Pionierin der Immunbiologie. Sie hatte mit vielen Widerständen zu kämpfen, insbesondere mit Missgunst und Vorurteilen gegen sie als Frau und als Jüdin.

Im Dritten Reich, offiziell wegen „nicht-arischer Abstammung“ nach dem berüchtigten „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ vom April 1933, wurde Selma Meyer im September 1933 von der Medizinischen Akademie Düsseldorf entlassen. Die Privatdozentur wurde ihr entzogen. 1938 verlor sie auch die ärztliche Zulassung und ihre Privatpraxis in Pempelfort. Ihr Vermögen wurden konfisziert.

Neuanfang in New York
Praktisch mittellos, floh Selma Meier 1939 nach London, emigrierte 1940 in die USA. In New York fing sie wieder von vorne an und startete eine erfolgreiche zweite Karriere. Nach Deutschland kam sie nie wieder; sie starb als anerkannte Kinderärztin und Wissenschaftlerin 1958 in New York.

Im Jahre 2006 benannte die HHU ein Mentoring-Programm nach Selma Meyer, 2008 gab die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) dem Dissertationspreis der Fachgesellschaft ihren Namen. Seit dem vergangenen Jahr heißt der größte Hörsaal der Universitätsmedizin Selma-Meyer-Hörsaal.

Die Initiative zur Benennung einer Straße nach Selma Meyer ergriffen Prof. Gisela Miller-Kipp, Professorin der HHU im Ruhestand, und Prof. Dr. Klaus Pfeffer, zu dem Zeitpunkt Prorektor für strategisches Management und Chancengerechtigkeit der HHU. Im Jahr 2019 stellten sie gemeinsam mit der Rektorin der HHU, Prof. Dr. Anja Steinbeck, und dem Ärztlichen Direktor und Vorstandsvorsitzendem des UKD, Prof. Dr. Dr. Frank Schneider, den Benennungsantrag beim Katasteramt der Stadt. Im Herbst 2021 stimmte die zuständige Bezirksvertretung (BV 3) der Straßenbenennung zu.

Zur Person Prof. Dr.  Selma Meyer

Autor/in: Redaktion
Kategorie/n: INTRANET News, hhu-intern
Rede zur Einweihung der Selma-Meyer-Strasse Zoom