Ein bedeutender Tag für die Orthopädie der Heinrich-Heine-Universität: In der vergangenen Woche haben Prof. Dr. Rüdiger Krauspe, Direktor der Orthopädischen Klinik, und Oberarzt Dr. Christian Liebau die 100. Knorpeltransplantation am Knie durchgeführt. Mit Erfolg: Dem Frischoperierten geht es sehr gut, ebenso den 99 anderen Patienten, denen Knorpel aus nicht-belasteten Zonen des Kniegelenks entnommen und an den defekten Stellen wieder eingesetzt wurden.
"Es gab bislang keine Komplikation, keine Entzündung, keine Verschlechterung - im Gegenteil: die Patienten haben bestätigt, daß sie eindeutig an Lebensqualität dazugewonnen haben", sagt Dr. Liebau nicht ohne Stolz. Er ist es, der gemeinsam mit Prof. Dr. Harry Merk die Knorpelknochentransplantation vor zwei Jahren an der Heinrich-Heine-Universität eingeführt, wissenschaftlich vorangetrieben und nun für die Routine etabliert hat.
Rund jeder fünfte Bundesbürger leidet früher oder später unter degenerativen Veränderungen am Knie. Sportunfälle, Arthrosen, Schäden an der Kniescheibe können am Kniegelenksknorpel zu schweren Defekten führen. Dieser hyaline Gelenkknorpel (menschlicher Knorpel in großen Gelenken) ist jedoch wichtig für die Pufferwirkung und Gleitfähigkeit des Knies. Wenn diese nicht mehr funktionieren, sind starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen meistens die Folge. Und da hyaliner Knorpel bislang nicht gezüchtet werden kann und auch andere Reparationsverfahren des Knorpels nicht den gewünschten Erfolg brachten, leistet die Orthopädische Uniklinik wissenschaftliche Pionierarbeit auf diesem Gebiet. Sie nutzt die Knorpelknochentransplantation in der täglichen Praxis auch zur Reparation größerer Knorpeldefekte des Knies.
Die Knorpeltransplantation ist zwar bereits seit einigen Jahren praktiziertes Verfahren - jedoch wurden bisher nur kleinere, lokale Defekte am Knie behandelt. "Es ist erwiesen, daß Knorpel an bestimmten Zonen des Knies weniger belastet werden", erklärt Dr. Liebau. Aus diesen Regionen können Knorpelknochenzylinder entnommen werden und in den defekten Bereich eingesetzt werden.
Alle Patienten werden von der Orthopädischen Universitätsklinik erfaßt und weiterhin regelmäßig betreut. Dafür richtete Dr. Liebau eine spezielle Kniesprechstunde ein.
Orthopädie behandelt große Defekte am Knie: 100. Knorpelknochentransplantation erfolgreich verlaufen
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