Als ekelerregendes Ärgernis auf Brot kennt ihn jeder: Schimmel. Doch daß er auch von Nutzen sein kann, zeigt sich an der Universität Düsseldorf. Was macht den Pilz für die Forschung so interessant?
Der rote Brotschimmel (Neurospora crassa) ist ein einfach zu handhabender Organismus und vermehrt sich schnell in großen Mengen. Auch haben Wissenschaftler Methoden entwickelt, wie er genetisch manipuliert und wie seine Gene kloniert werden können. Schimmel dient - ähnlich wie die Fliege oder die Bäckerhefe - als idealer Modellorganismus, zum Beispiel, um die Energieumwandlung in Zellen, den Aminosäurewechsel oder die Tagesrhythmik ("biologische Uhr")zu erforschen.
Ein Projekt des Instituts für Biochemie (Lehrstuhl Prof. Dr. Hanns Weiss) an der Heinrich-Heine-Universität beschäftigt sich zur Zeit intensiv mit dem Schimmelpilz. "Wir wollen möglichst viele genetische Informationen über den Pilz bekommen und die Vorgänge in ihm verstehen lernen. So können wir die Experimente in Zukunft noch besser planen," sagt Dr. Ulrich Schulte (41), Mitarbeiter am Lehrstuhl und Koordinator des Projekts. Das Genom (Erbinformation) von Neurospora wird zur Zeit in den USA und Deutschland vollständig erforscht. Die Düsseldorfer entschlüsseln mit Unterstützung von Forschungsinstituten in Heidelberg und München und einer deutschen Biotechnologiefirma die Sequenz von zwei Pilzchromosomen. Denn: Wesentliche Ergebnisse sind auch auf Menschen, Pflanzen und Tiere übertragbar.
Unterstützt werden die Wissenschaftler dabei seit zwei Jahren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die bisher 7,5 Millionen DM für das Projekt bereitstellte. Zwei weitere Millionen sind beantragt. "Unser Konzept stieß bei der DFG auf offene Ohren", so Schulte.
Für weitere Informationen: Dr. Ulrich Schulte, Institut für Biochemie, Heinrrich-Heine-Universität Düsseldorf, Tel: 0211 / 81 1 20 20, E-mail: ulrich.schulte(at)uni-duesseldorf.de
Institut für Biochemie: 9,5 Mio. DM für Schimmel-Forschung
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