Foto von Bernhard Brungs aus seiner Installation
Lars Breuer und Bernhard Brungs, zwei Studenten der Düsseldorfer Kunstakademie, stellen vom 18. bis 28. Januar in den Räumen des Philosophischen Dekanats aus.
"Von oben herab", lautet der Titel der Installation von Lars Breuer (geb. 1974) im Sitzungssaal der Fakultät. Breuer beschäftigt sich mit dem Thema "Flughafen", auf den Fenstern kleben grobkörnige Fotos, eine riesige schwarz-weiße Flughafenszene entsteht. An der Decke erinnern Neonleuchten an die Fluchtlinien der Rollbahn: der Dekanatsraum wird zum Tower.
Breuer im Interview: "Der Titel spielt auf mehrere Sachen an. Er ist überheblich und bezieht sich auf das Verhältnis zwischen Akademie und Universität. Er kann auch auf das Verhältnis Dekanat und Studenten bezogen werden. Außerdem paßt er rein formal zum Flughafenfoto. Wir haben beide den Titel genommen, der dem anderen bei der Suche nach einem möglichen gemeinsamen am wenigsten gefiel."
Fotos: Manfred Gelpke
"Alles-schön-schön-Machen", nennt der 1974 geborene Bernhard Brungs seine Installation. Er hat den Clubraum des Dekanats in ein fiktives Kaminzimmer verwandelt. Aber der Stoffofen ist kalt, in ihm flackert auf einem Bildschirm die Feueranimation einer Trickfilm-Endlosschleife. Auch die Bilder an den Wänden sind "falsch": Am Computer eingescannte Motive (u.a. weiblicher Halbakt, Badehose auf Wäscheleine), bearbeitet, montiert, reproduziert. Nichts, was Brungs in den Raum brachte, ist wirklich, alles nur vorgetäuscht.
Der Kunststudent im Interview: "Ich will diesen Raum umwandeln in ein Kaminzimmer. Ich sehe das Objekt und die Bilder als eine Installation, sie gehören zusammen. Das Verbindende ist, daß alle Elemente 'fake' sind. Mein Kamin spielt auf englische Kamine an, die dieses künstliche Feuer haben und auch künstliche Wärme erzeugen. Die Bilder sind Bilder von Bildern, die in diesem fiktiven Zimmer hängen. Das geht gut zusammen mit den kackbraunen Ledersesseln, die in diesem 'Clubraum' stehen. Es ist kein öffentlicher Raum. Es ist ein Raum, der genutzt wird, und die pseudo-private Atmosphäre sagt mir sehr zu."
Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, herausgegeben vom Seminar für Kunstgeschichte.
Ausstellung im Philosophischen Dekanat: Alles nur gefälscht?
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