Die Kardiologie der Heinrich-Heine-Universität hat ein neues 2-Ebenen-Herzkathetergerät im Einsatz. Mit dem Kauf dieses Modells, von dem in Deutschland nur drei Anlagen zur Verfügung stehen, festigt die Düsseldorfer Universitäts-Kardiologie ihren Ruf als eines der führenden Herzzentren der Bundesrepublik.
Die enormen Vorteile des Gerätes erläutert Prof. Dr. Bodo-Eckehard Strauer (Direktor der Kardiologie): "Die wesentlich verbesserte Bildqualität ermöglicht eine genaue Diagnose der verengten Arterien. Detaillierte Vergrößerungen der Konturen des Gefäßes in der Größenordnung von 0,1 mm erlauben eine exaktere Beurteilung des Krankheitsverlaufs. Wegen der guten Bildqualität muß außerdem weniger Kontrastmittel gegeben werden, was dem Patienten zusätzliche Belastungen erspart."
Durch die 2-Ebenen-Diagnostik bekommt der behandelnde Arzt ein dreidimensionales Bild und kann sehr viel sicherer vorgehen, als bei dem bislang üblichen zweidimensionalen Verfahren. Neue technische Möglichkeiten reduzieren die Belastung durch Röntgenstrahlen um 70 Prozent. Während die Behandlung früher drei bis sechs Stunden dauerte, ist mit der neuen Anlage die Diagnose in 10 Minuten erstellt. Die Therapie dauert nur noch ca. 20 Minuten. Dabei wird die Gefäßverengung mit einem Ballon am Katheter gedehnt oder eine Gefäßstütze aus Draht eingesetzt. Dadurch ist die aufwendige Bypass-Operation überflüssig.
Die neue Apparatur kommt bei Herzinfarkt, Herzmuskelentzündung, Herzrythmusstörung, Angina pectoris und Durchblutungsstörungen des Herzmuskels zum Einsatz. Darüber hinaus können jetzt auch Halsschlagadern und Beinarterien behandelt werden. Die Patientendaten, so Strauer, können im angeschlossenen digitalen Archiv auf CD gespeichert werden. Dadurch sind sie schneller und besser verfügbar als bei dem bisherigen komplizierten Filmverfahren.
Durch die Zeiteinsparung können nun wesentlich mehr Patienten - bei gleichbleibendem Personalumfang - versorgt werden. Dies bedeutet auch eine Kostensenkung. Die Anschaffung der Apparatur hat knapp vier Millionen Mark gekostet.
Die gute Zusammenarbeit der Düsseldorfer Universitäts-Kardiologen mit den Chirurgen im gemeinsamen Herzzentrum auf dem Campus ist eine große Beruhigung für die Patienten. Prof. Strauer: "Wenn der Katheter zum Einsatz kommt, steht immer ein ,Stand-By-Chirurg' bereit, um im Notfall operativ einzugreifen."
Neues Gerät in der Kardiologie: Diagnose und Therapie in 30 Minuten
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