Zum Inhalt springen Zur Suche springen

Studententheater entführt nach 'Krähwinkel'
'Die deutschen Kleinstädter'

Er war der populärste deutsche Theaterautor seiner Zeit und schlug bei den Aufführungszahlen die Klassik-Heroen Goethe und Schiller um Längen: August von Kotzebue. Sein bis heute populäres Lustspiel "Die deutschen Kleinstädter" führt die Theatergruppe "Dromedar und Elefant" am 8. und 10. Februar auf.

Er war der populärste deutsche Theaterautor seiner Zeit und schlug bei den Aufführungszahlen die Klassik-Heroen Goethe und Schiller um Längen: August von Kotzebue. Seine mehr als 200 Stücke beherrschten die Spielpläne. Heute ist er so gut wie vergessen. Ein Werk aus seiner Feder hielt sich jedoch und sorgt bis heute für Amüsement: Das Lustspiel "Die deutschen Kleinstädter" (1803) nimmt die nationale Beschränktheit des Volkes der Dichter und Denker gehörig auf die Schippe, der Name der Stadt, "Krähwinkel", wurde zum Inbegriff von miefiger Provinzialität, Spießbürgertum und Engstirnigkeit. Kotzebue, Intimfeind Goethes, persönlicher Berichterstatter des russischen Zaren (Spion?) und vehementer Gegner der liberalen Ideen der deutschen Burschenschafter, wurde übrigens 1819 von einem Studenten ermordet.

Die Theatergruppe "Dromedar und Elefant" - hervorgegangen aus dem Studienreformprojekt Germanistik der Heinrich-Heine-Universität - bringt den ebenso bissigen wie vergnüglichen Lustspiel-Klassiker nun auf die Bühne. Das Projekt ist Ergebnis der Übung "Erarbeitung eines Theaterstücks". Die Studentengruppe hat dabei die "Deutschen Kleinstädter" mit einer Rahmenhandlung versehen, die auf wahren Begebenheiten rund um Goethe und die Weimarer Kultur-Schickeria beruht.

Die Aufführungen sind am Dienstag, 8. Februar, und Donnerstag, 10. Februar 2000, jeweils um 19.30 Uhr (Gebäude 23.21 - Philosophische Fakultät -, Raum 124), der Eintritt beträgt fünf Mark.

Autor/in: Rolf Willhardt
Kategorie/n: Pressemeldungen