Bevor er nach Düsseldorf kam, lehrte Joris Mercelis, 1985 in Belgien geboren, an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore (USA). Er arbeitet derzeit an einem Buch über Kodak und die Geschichte der industriellen Wissenschaft und Forschung und Entwicklung. „Bereits in den 1930er Jahren betrieben Firmen wie Agfa und insbesondere Kodak in verschiedenen Ländern Labore, in denen zu Fragen der Fotografie geforscht wurde. Diese Labore dienten auch als wichtige Anlaufstellen für externe Forschende und Organisationen, die daran interessiert waren, fotografische Techniken einzusetzen“, so Mercelis. Der Technikhistoriker untersucht nun, inwieweit Kodak seine Marktdominanz genutzt hat, um Einfluss auch auf die wissenschaftliche und medizinische Fotografie zu gewinnen.
Dr. Mercelis ist auf Einladung des Instituts für Geschichte der Medizin und des Instituts für Geschichte an der HHU, in denen auch die Geschichte der medizinischen Bildgebung und die Wirtschaftsgeschichte der Vereinigten Staaten erforscht werden. Joris Mercelis will seinen bis Ende September 2026 dauernden Forschungsaufenthalt in Düsseldorf unter anderem dafür nutzen, um im Rheinland viele Akten der chemischen Industrie einzusehen und in den Firmenarchiven zu arbeiten.
Mit dem “Humboldt‐Forschungsstipendium für erfahrene Forschende” können Wissenschaftler aller Fachgebiete, deren Promotion nicht länger als zwölf Jahre zurückliegt, ein langfristiges Forschungsvorhaben (6 bis 18 Monate) in Kooperation mit selbst gewählten wissenschaftlichen Gastgeberinnen oder Gastgebern an einer Forschungseinrichtung in Deutschland in Deutschland verwirklichen.