
NRW-Gesundheitsministerin Birgit Fischer mit Prof. Dr. Werner Scherbaum (links) und Dr. Thomas Baehring (rechts) beim Start des Diabetes-Projektes.
Foto: Holger Gerdes
NRW Gesundheitsministerin Birgit Fischer hat heute das erste strukturierte und qualitätsgesicherte Bürger- und Patienteninformationssystem zum Diabetes in NRW "freigeschaltet".
Allein in Nordrhein-Westfalen sind knapp eine Mio. Bürger an Diabetes erkrankt. Nach Aussagen von Fachleuten wird diese Zahl in den nächsten Jahren weiter ansteigen. Bei der "Volkskrankheit Diabetes" handelt es sich um eine chronische Stoffwechselerkrankung. Die betroffenen Menschen haben darüber hinaus ein stark erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen, Erblindungen, Amputationen u.a.
Ministerin Birgit Fischer: "Diabetes oder die Begleiterkrankungen lassen sich durch eine gesunde Lebensweise und weitere präventive Maßnahmen deutlich vermindern. Große wissenschaftliche Studien belegen eindeutig, dass die Information und Schulung von Diabetikern und Risikogruppen die wichtigste Grundlage für den präventiven und therapeutischen Erfolg darstellen".
Bei über 90 Prozent der Diabetiker liegt ein Typ-2-Diabetes vor. Dieser Diabetestyp wird im Durchschnitt erst fünf bis acht Jahre nach Beginn der Erkrankung diagnostiziert. Oft sind dann schon Langzeitfolgen an den Organen aufgetreten. Durch eine umfassend verfügbare und qualitativ hochwertige Bürgerinformation soll deshalb die Aufmerksamkeit für die Frühsymptome erhöht werden, um Strategien für eine Früherkennung durch den einzelnen Bürger zu ermöglichen und entsprechende therapeutische Maßnahmen gemeinsam mit dem Hausarzt einzuleiten.
Das beim Deutschen Diabetes-Forschungsinstitut unter Leitung von Prof. Dr. Werner Scherbaum in Zusammenarbeit mit dem Multimediazentrum der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf unter Leitung von Dr. Thomas Baehring entwickelte Bürger- und Patienteninformationssystem enthält strukturierte und qualitätsgesicherte Gesundheitsinformationen unter besonderer Berücksichtigung regionaler Strukturen und Angebote. Die nunmehr freigegebene erste Stufe umfaßt unter der Web-Adresse http://www.diabetes-nrw.de die Themenschwerpunkte:
- Allgemeine und vertiefende Informationen zum Diabetes mellitus
- Versorgungsstrukturen und Kontaktmöglichkeiten
-Diabetes und Formen der Selbsthilfe
-Diabetes und Schulungsmöglichkeiten-Hinweise für eine gesunde und diabetesgerechte Ernährung
-Diabetes Webring (Informationen zur Qualitätsinitiative "Diabetes WebRing", die qualitativ hochwertige Angebote rund um den Diabetes von verschiedenen Anbietern miteinander verbindet).
Eigens für diese Web-Seiten wurde ein Fachwörterlexikon integriert, welches es dem Laien ermöglicht, gezielt nach Fachbegriffen zu suchen oder direkt von nicht verstandenen Inhalten auf das Lexikon zurückzugreifen.
Alle Rubriken sind von der Portalseite "Diabetes in NRW" aus erreichbar. Alle Webseiten sind auf einen schnellen Zugriff hin optimiert und können mit jedem (auch älteren) Browserprogramm gelesen werden. Die Inhalte werden redaktionell bearbeitet und nach medienpädagogischen Gesichtspunkten verständlich für den Bürger und den Patienten als medizinischen Laien aufbereitet. Ein spezieller Diabetes-Risikotest kann direkt online zum individuellen Diabetesrisiko durchgeführt werden.
Das vorhandene Basis-Informationsangebot soll weiter ausgebaut werden. Die Akzeptanz des bisherigen Angebotes wird kontinuierlich untersucht und bei Bedarf angepaßt. Dafür wurden neuartige, internet-spezifische Qualitätskriterien entwickelt.
Das Diabetes-Informationssystem für NRW ist ein erstes Modellprojekt im Rahmen der Aktivitäten des neu gegründeten Zentrums für Telematik im Gesundheitswesen (ZTG). Es wird vom Gesundheitsministerium NRW mit insgesamt 120.000 DM gefördert. Geplant ist die Aufbereitung weiterer qualitätsgesicherter Gesundheitsinformationen im Internet unter einem einheitlichen Portal "NRW Health".
Seit heute im Netz: Informationen zum Diabetes in NRW
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