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Zwei Geburtstage zu feiern
Jubiläum der Blutspendezentrale

Heute und morgen gibt es an der Heinrich-Heine-Universität gleich zwei Jubiläen zu feiern: Vor 50 Jahren wurde an der deutschlandweit ersten Blutbank in den damaligen Düsseldorfer Krankenanstalten erstmals Blut gespendet. Und vor 25 Jahren wurde das Institut für Hämostaseologie und Transfusionsmedizin gegründet. Anlaß für einen Blick zurück und in die Zukunft.

Heute und morgen gibt es an der Heinrich-Heine-Universität gleich zwei Jubiläen zu feiern: Vor 50 Jahren wurde an der deutschlandweit ersten Blutbank in den damaligen Düsseldorfer Krankenanstalten erstmals Blut gespendet. Und vor 25 Jahren wurde das Institut für Hämostaseologie und Transfusionsmedizin gegründet. Anlaß für einen Blick zurück und in die Zukunft.

Am Anfang standen die Pionierleistungen der Düsseldorfer Herzchirurgen. Sie benötigten Blut für ihre Operationen. Auf Initiative von Prof. Ernst Derra, dem Vater der Herzchirurgie in Deutschland, wurden bereits im April 1949 an den damaligen Krankenanstalten regelmäßige Blutspenden durchgeführt. So darf das Düsseldorfer Uni-Klinikum heute für sich in Anspruch nehmen, über die Blutspendeeinrichtung mit der längsten Tradition in Deutschland zu verfügen. Anfang der 60er Jahre wurde eine Blutbank im Gebäude der Chirurgischen Klinik aufgebaut, 1974 der Lehrstuhl und das Institut für Blutgerinnungs- und Transfusionswesen geschaffen. Als erster Direktor wurde Prof. Dr. Herbert Theodor Brüster berufen. "Die Herzchirurgen hatten somit ,Schrittmacherfunktion' für die spätere Blutspendezentrale", sagt der Direktor des Instituts für Hämostaseologie und Transfusionsmedizin an der Heinrich-Heine-Universität, Prof. Dr. Rüdiger E. Scharf, augenzwinkernd. Unter seiner Leitung nimmt das Institut für Hämostaseologie und Transfusionsmedizin als zentrale Einrichtung interdisziplinäre Aufgaben der Krankenversorgung wahr.

Es verfügt über eine große Blutspende- und Transfusionszentrale und erfüllt den Auftrag, die Patienten des Klinikums mit Blut und Blutprodukten zu versorgen. Pro Jahr werden hier ca. 65.000 bis 70.000 Blutbestandteilkonserven hergestellt. Arbeitsdevise der Uni-Blutspendezentrale ist, die höchstmöglichen Sicherheitsstandards für Spender und Patienten zu gewährleisten. Hierzu werden in Düsseldorf modernste gentechnologische Verfahren zur Infektionsdiagnostik eingesetzt und umfangreiche Qualitätskontrolluntersuchungen der am Institut hergestellten Blutprodukte durchgeführt.

Diese Maßnahmen wirken sich positiv aus. So liegt die Rate transfusionsbedingter Reaktionen am Düsseldorfer Universitätsklinikum mit 0,15 Prozent pro Jahr weit unter der anderer großer Zentren (3 bis 9 Prozent).

Die Diagnostik und Therapie von Patienten mit Blutungsleiden oder Thrombosen stellt einen weiteren Schwerpunkt der klinischen Aufgaben von Prof. Scharf und seinen Mitarbeitern dar. Dafür besteht eine intensive Zusammenarbeit mit den verschiedenen Disziplinen der Operativen Zentren, der Inneren Medizin und der Kinderheilkunde des Klinikums. Patienten mit Blutungs- oder Thromboseneigung werden in der Hämostaseologischen Ambulanz des Instituts untersucht und behandelt. Spezialsprechstunden für Bluter und thrombosegefährdete Patienten wurden eingerichtet (Telefon: 81-17105).

Für Patienten, die unter Gerinnungsstörungen leiden und beispielsweise langfristig mit Marcumar behandelt werden, werden Schulungen zur Selbstbestimmung der Gerinnungshemmung - der sogenannte CoaguCheck - angeboten.

Die klinischen Forschungsaktivitäten befassen sich sowohl mit innovativen Blutspendeverfahren (Multikomponentenapherese) und mit der Risikominimierung in der Behandlung mit Blutprodukten als auch mit der Früherkennung von Gerinnungsstörungen als Ursache tiefer Venenthrombosen und arterieller Durchblutungsstörungen, die einen Schlaganfall und Herzinfarkt auslösen können.

Durch die am Düsseldorfer Institut entwickelten molekulargenetischen Verfahren sind die Ärzte inzwischen in der Lage, Patienten mit Thrombosegefährdung zu erkennen und dem individuell bestehenden Thromboserisiko durch entsprechende Maßnahmen wirksam vorzubeugen. Dies betrifft auch das Problem "Pille und Thrombose" sowie die Thrombosegefährdung während der Schwangerschaft.

Experimentell untersuchen die Düsseldorfer Forscher die molekularen Mechanismen, die zur Blutungsneigung oder zur Thromboseentstehung führen. Aus den Ergebnissen dieser Studien lassen sich neue, gezielte Strategien einschließlich gentherapeutischer Ansätze ableiten. Aus Anlaß des Jubiläums fanden mehrere Veranstaltungen statt. Im Rahmen einer Feierstunde wurden jene Blutspender geehrt, die öfter als 50 mal Blut gespendet haben. Unter ihnen war der häufigste Spender, der bereits zum 936. Mal zum Aderlaß in die Uniklinik kam.

Das Jubiläum wird auch im Rahmen einer akademischen Feierstunde gefeiert. Anschließend findet das "5. Düsseldorfer Hämostase- und Thrombose-Symposium" zum Thema Gefäßwand, Blutstillung und Hämotherapie statt, an dem Wissenschaftler aus ganz Deutschland teilnehmen.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Rüdiger E. Scharf, Tel. 0211 / 81 - 17344

Autor/in: Bärbel Broer
Kategorie/n: Pressemeldungen