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Ausstellung in der ULB:
Mit Zange und Skalpell

Am 9. Februar, dem Festtag der Heiligen Apollonia, Schutzpatronin der Zahnärzte, eröffnet die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf eine Ausstellung mit 80 Originalgraphiken aus fünf Jahrhunderten (bis 25. März).

PressebildAm 9. Februar, dem Festtag der Heiligen Apollonia, Schutzpatronin der Zahnärzte, eröffnet die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf eine Ausstellung mit 80 Originalgraphiken aus fünf Jahrhunderten (bis 25. März).

Die Darstellungen aus der Sammlung eines Düsseldorfer Zahnarztes zeigen eine Vielzahl von Aspekten der zahnärztlichen und ärztlichen Praxis: Bilder vom Leiden und Hoffen der Patienten, Genredarstellungen mit Szenen vom Pulsfühlen und Klistiersetzen, ernste und komische Darstellungen von Ärzten am Krankenbett, von Zahnärzten und "Zahn-Brechern" bei der Arbeit, Bilder von Quacksalbern, von eingebildeten Kranken und vieles andere mehr.

Das Verhältnis von Arzt und Patienten hat Künstler verschiedener Epochen fasziniert. In der Ausstellung zu sehen sind Blätter niederländischer Künstler des 17. Jahrhunderts wie Ostade, Romein de Hooghe und Dou. Aus dem 18. Jahrhundert stammen Kupferstiche französischer Künstler wie Charles Eisen und Francois Boucher. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt jedoch eindeutig auf humoristischen Blättern, vor allem aus der französischen Zeitschrift "Charivari", von Künstlern wie Gavarni und Honore Daumier. Auch aus dem zwanzigsten Jahrhundert liegen künstlerische Zeugnisse zum Thema vor, etwa von Max Ernst oder A. Paul Weber.

Im Spannungsverhältnis zwischen exakter Wissenschaft und individueller künstlerischer Freiheit und Ausdrucksweise, die das Verhältnis von Arzt und Patienten auf unterschiedliche Weise deuten und beleuchten, liegt der Reiz der gezeigten Blätter. Die Gefühle von Schmerz, Angst, Erwartung und Hoffnung auf Besserung, die hier eine Rolle spielen, sind stets gleich geblieben. Sogar der Streit um Honorare fand früh seinen Niederschlag in künstlerischen Darstellungen.

Die Ausstellung ist im Foyer der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf während der Öffnungszeiten (Mo - Fr 9 - 20 Uhr, Sa 9 - 13 Uhr) zu sehen. Ein kostenloses Heft mit Erläuterungen zu den Exponaten ist beim Pförtner erhältlich.

Autor/in: Rudolf Schmitt-Föller
Kategorie/n: Pressemeldungen