Datenspeicher von einer Größe, wie sie die HHU benötigt, haben einen außerordentlichen hohen Energiebedarf. Hinzu kommen die Bereitstellung von flächendeckendem WLAN, Lüftungsanlagen für Serverräume sowie der Betrieb von Rechnern und anderer Technologie. Um die Menge der hier verbrauchten Energie zu reduzieren, beginnt die HHU bereits zum Start des Sommersemesters mit der Umstellung auf den analogen Betrieb.
Im Zentrum der Bemühungen stehen die Anpassungen im Lehrbetrieb. So soll ab sofort etwa auf Powerpoint-Präsentationen in Vorlesungen und Seminaren verzichtet werden. Alternativ sollen Technologien, die vor der Digitalisierung bereits erfolgreich angewandt wurden, wiederbelebt werden. In Lehrveranstaltungen werden dabei insbesondere klassische Tafeln, aber auch innovativere Methoden wie Schiefer in Tablet-Größe und Griffel zum Einsatz kommen. Zu Beginn des Semesters werden außerdem Skripte in Print-Format ausgegeben, die die Studierenden das Semester über begleiten und sämtliche Lehrtexte enthalten werden. Um auch den Zugriff auf die Lehrplattform ILIAS zu verringern, werden in den Fakultäten Infotafeln (sogenannte „schwarze Bretter“) aufgehängt, auf denen Lehrende Hausaufgaben, Kursverschiebungen oder ähnliche Bekanntmachungen veröffentlichen. Sämtliche Studierende sind im Rahmen der Studienordnung dazu verpflichtet, die schwarzen Bretter mindestens einmal pro Woche aufzusuchen.
Für den analogen Informationsfluss werden universitätsweite Updates künftig über ein neuartiges „Walk & Shout System“ mitgeteilt: Dazu wird die neue Mobile Acoustic Broadcast Unit (MABU) etabliert, die autorisierte pedestrische Laufboten (apL.) mit akustischen Verstärkern entsendet, um eine unmittelbare, campusweite Kommunikation sicherzustellen.
Auch das Personal in Technik und Verwaltung wird sich im Zuge der Nachhaltigkeitsinitiative umstellen müssen. Auf Messenger-Dienste soll ab sofort komplett verzichtet werden. E-Mails werden nur noch in Ausnahmefällen genehmigt. Um eine reibungslose interne Kommunikation sicherzustellen, werden gerade die noch vorhandenen Rohrpostanlagen (s. Foto) wiederbelebt und ausgebaut.
Die weitgehende Analogisierung soll nach aktuellem Stand der Planung bis zum 31.12.2027 erreicht werden.