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Als erste Universität Deutschlands
Nachhaltigkeit: HHU stellt auf analogen Semesterbetrieb um

Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) will künftig Vorreiterin in Sachen Nachhaltigkeit sein und als erste Universität Deutschlands auf einen analogen Semesterbetrieb umstellen. Ziel ist es, den Energieverbrauch der HHU, an der rund 30.000 Studierende eingeschrieben sind, drastisch zu reduzieren. Erste Maßnahmen greifen bereits zum Sommersemester 2026, das heute beginnt.

Es ist eine alte Rohrpostanlage bestehend aus gelben Rohren sichtbar. Im Hintergrund sieht man Bücherregale. Zoom

Zu nachhaltigem Denken gehört auch, das Vorhandene zu nutzen: Anlässlich der Umstellung auf den analogen Semesterbetrieb sollen auch die alten Rohrpostanlagen, wie hier im Magazin der Fachbibliothek Medizin, reaktiviert werden.

Datenspeicher von einer Größe, wie sie die HHU benötigt, haben einen außerordentlichen hohen Energiebedarf. Hinzu kommen die Bereitstellung von flächendeckendem WLAN, Lüftungsanlagen für Serverräume sowie der Betrieb von Rechnern und anderer Technologie. Um die Menge der hier verbrauchten Energie zu reduzieren, beginnt die HHU bereits zum Start des Sommersemesters mit der Umstellung auf den analogen Betrieb.

Im Zentrum der Bemühungen stehen die Anpassungen im Lehrbetrieb. So soll ab sofort etwa auf Powerpoint-Präsentationen in Vorlesungen und Seminaren verzichtet werden. Alternativ sollen Technologien, die vor der Digitalisierung bereits erfolgreich angewandt wurden, wiederbelebt werden. In Lehrveranstaltungen werden dabei insbesondere klassische Tafeln, aber auch innovativere Methoden wie Schiefer in Tablet-Größe und Griffel zum Einsatz kommen. Zu Beginn des Semesters werden außerdem Skripte in Print-Format ausgegeben, die die Studierenden das Semester über begleiten und sämtliche Lehrtexte enthalten werden. Um auch den Zugriff auf die Lehrplattform ILIAS zu verringern, werden in den Fakultäten Infotafeln (sogenannte „schwarze Bretter“) aufgehängt, auf denen Lehrende Hausaufgaben, Kursverschiebungen oder ähnliche Bekanntmachungen veröffentlichen. Sämtliche Studierende sind im Rahmen der Studienordnung dazu verpflichtet, die schwarzen Bretter mindestens einmal pro Woche aufzusuchen.

Für den analogen Informationsfluss werden universitätsweite Updates künftig über ein neuartiges „Walk & Shout System“ mitgeteilt: Dazu wird die neue Mobile Acoustic Broadcast Unit (MABU) etabliert, die autorisierte pedestrische Laufboten (apL.) mit akustischen Verstärkern entsendet, um eine unmittelbare, campusweite Kommunikation sicherzustellen.

Auch das Personal in Technik und Verwaltung wird sich im Zuge der Nachhaltigkeitsinitiative umstellen müssen. Auf Messenger-Dienste soll ab sofort komplett verzichtet werden. E-Mails werden nur noch in Ausnahmefällen genehmigt. Um eine reibungslose interne Kommunikation sicherzustellen, werden gerade die noch vorhandenen Rohrpostanlagen (s. Foto) wiederbelebt und ausgebaut. 

Die weitgehende Analogisierung soll nach aktuellem Stand der Planung bis zum 31.12.2027 erreicht werden.

Autor/in: Redaktion
Kategorie/n: Schlagzeilen, Pressemeldungen
Man sieht einen ausgedruckten Plan der HHU. In bunten Farben sind die Pläne für die Neubelebung der Rohrpostanlage eingezeichent. Zoom

Das analoge Arbeiten fühlt sich noch ungewohnt an, aber bei der Planung des Rohrpostsystems geht die HHU eifrig voran.