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Gutachten des Wissenschaftsrates:
Pläne der Medizin bestätigt

Nach seinem Besuch im letzten Jahr legte der Wissenschaftsrat, das Beratergremium der Bundesregierung, nun seine Stellungnahme zur weiteren Entwicklung der Medizinischen Fakultät vor.

Nach seinem Besuch im letzten Jahr legte der Wissenschaftsrat, das Beratergremium der Bundesregierung, nun seine Stellungnahme zur weiteren Entwicklung der Medizinischen Fakultät vor. "Wir haben die Note ,gut' bekommen, in einigen Bereichen sogar die Note ,sehr gut'", resümierte erfreut Rektor Prof. Dr. Gert Kaiser anläßlich eines Pressegesprächs.

Pressebild Standen der Presse Rede und Antwort (v.l.): Prof. Dr. Dr. Alfons Labisch, Rektor Prof. Dr. Gert Kaiser, Prof. Dr. Dieter Häussinger und Prof. Dr. Rolf Ackermann.
Foto: Manfred Gelpke

Wörtlich heißt es in dem 80seitigen Gutachten über die Medizinische Fakultät und das Klinikum: "Sie haben im Bundesvergleich beachtliche Leistungen in der Forschung vorzuweisen." Besonders hob der Wissenschaftsrat die hohe Summe von Drittmitteln hervor. 1998 lag sie bei 39,8 Millionen Mark. Mit zwei geplanten Sonderforschungsbereichen - zur Leberforschung sowie für Tumorkrankheiten - sollen weitere Mittel eingeworben werden. "Die Vorbereitungen dafür sind schon weit gediehen", erklärte Prof. Dr. Dieter Häussinger, Dekan der Medizinischen Fakultät. Eine Milliarde Mark stellt Nordrhein-Westfalen jährlich für die Uni-Kliniken im Land zur Verfügung, 200 Millionen davon gehen nach Düsseldorf.

Die "zukunftsfähige strategische Umsteuerung" der Fakultät solle nach Meinung des Wissenschaftsrats fortgesetzt werden. Konkret heißt das: Die Heinrich-Heine-Universität ist mit der Konzentration im Bereich der molekularen Medizin und der Umwidmung von Ressourcen - etwa aus dem Bereich der Lasermedizin, der Experimentellen Chirurgie und der Experimentellen Anästhesiologie - auf dem richtigen Weg. Genauso wie mit dem Biologisch-Medizinischen Forschungszentrum (BMFZ) als Brückenglied zwischen Medizin und Naturwissenschaften. Weiter hieß der Wissenschaftsrat die interne Verteilung von Mitteln innerhalb der Fakultät gut. Höchster Priorität wurde der Errichtung eines Zentrums für molekulare Forschung in konzeptioneller und baulicher Hinsicht zugebilligt.

Im Bereich der Lehre kritisierte der Wissenschaftsrat die große Anzahl von Studenten. "Wir haben zu viele Studenten, um Kleinkurse abzuhalten", griff Prodekan Prof. Dr. Dr. Alfons Labisch das Urteil des Wissenschaftsrates auf. Die Universität hat sofort reagiert: Statt wie bisher unbegrenzt häufig, können Medizinstudenten Prüfungen in der Regel jetzt nur noch zweimal wiederholen. Diese Änderung der Studienordnung wird in eine verbesserte Lehre in der Vorklinik eingebettet.

Geplant sind außerdem weitere Ausgaben für den Einsatz von Multimediatechniken in der Lehre. "Hier wollen wir klotzen", sagte Rektor Kaiser. Zwischen 500.000 und einer Million Mark sollen aus dem Innovationsfonds dafür zur Verfügung gestellt werden. "Medizin ist das Fach, in dem sich Multimedia am sinnvollsten einsetzen läßt", hob Dekan Häussinger hervor. Als Beispiel nannte er Fahrten durch virtuelle 3D-Körper. Erfreulich ist die Ausbildung in der Allgemeinmedizin, die als "Leuchtturmprojekt" studentischer Ausbildung bezeichnet wird.

Der Wissenschaftsrat lobte, so Kaiser, daß die Heinrich-Heine-Universität im Gegensatz zu anderen Hochschulen und entgegen des Trends zur zunehmenden Spezialisierung, in der Allgemeinmedizin ausbildet und den Studiengang "Public Health" einrichtete. Kritisiert habe die Expertenkommission hingegen fehlende Seminarräume und Arbeitsplätze, etwa im Labor, für Studenten. Nach Meinung des Wissenschaftsrats ist die Krankenversorgung in den Medizinischen Einrichtungen der Düsseldorfer Universität in Qualität und Umfang so gut, daß Forschung und Lehre gesichert sind. Die Experten merkten allerdings die große Zahl von Betten an. Derzeit sind es 1397, 1998 wurden 1301 Betten genutzt. Trotzdem nahm die Zahl der Patienten zu. Der Wissenschaftsrat empfahl in Zukunft nur noch 1100 Betten vorzuhalten. "Das würde eine verbesserte Organisation und mehr ambulante Operationen bedeuten", erklärt Prof. Dr. Rolf Ackermann, Ärztlicher Direktor. "Wir sehen diese Empfehlung als positiv an." Die Größe einer Klinik werde heutzutage nicht mehr an der Zahl der Betten, sondern der Patienten gemessen.

Autor/in: Martin Messer/Rolf Willhardt
Kategorie/n: Pressemeldungen