Zum Inhalt springen Zur Suche springen

Info-Hotline zum Darmkrebs:
Probleme mit dem Dickdarm?

Dickdarm-Krebs (Kolonkarzinom) ist eine der häufigsten Tumorerkrankungen. Im Rahmen einer bundesweiten Telefonaktion der Deutschen Gastro-Liga steht ein Expertenteam der Düsseldorfer Universitätsklinik am Dienstag, 26. September 2000 von 16 bis 18 Uhr für Informationen zur Verfügung. Beantwortet werden Fragen zur Früherkennung, Vorsorge und neuen Behandlungsformen.

Dickdarm-Krebs (Kolonkarzinom) ist eine der häufigsten Tumorerkrankungen. Im Rahmen einer bundesweiten Telefonaktion der Deutschen Gastro-Liga steht ein Expertenteam der Düsseldorfer Universitätsklinik am Dienstag, 26. September 2000 von 16 bis 18 Uhr für Informationen zur Verfügung. Beantwortet werden Fragen zur Früherkennung, Vorsorge und neuen Behandlungsformen.

Die Telefonnummern der Hotline (Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Direktor: Prof. Dr. Dieter Häussinger) lauten: 0211 / 81 - 1 78 33 und 0211 / 81 - 1 89 38.

Jährlich erkranken zwischen 50.000 und 60.000 Menschen in der Bundesrepublik neu an Darmkrebs, mehr als 30.000 versterben hieran. Das Risiko eines Bundesbürgers, an einem Dickdarmkrebs zu erkranken, liegt bei 4 bis 6%, ab dem 50. Lebensjahr verdoppelt sich die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen mit jeder Lebensdekade. Die Vorsorge war lange umstritten, inzwischen zeigen eindeutige Daten, daß die konsequente Stuhlbluttestung und noch besser die wenig belastende Spiegelung des Enddarms (Sigmoidoskopie) die Todesrate senken kann.

Da Darmkrebs die zweithäufigste Todesursache aller Krebserkrankungen in Deutschland ist, kommt einer konsequenten Früherkennungsstrategie eine wesentliche Bedeutung zu und muß durch konsequente Aufklärung an die Öffentlichkeit gebracht werden. Die Stiftung "Lebensblicke - Früherkennung Darmkrebs" hat sich dieses Ziel gesetzt und wird in Zusammenarbeit mit der Gastro-Liga dazu beitragen, daß die Akzeptanz der Vorsorge und Früherkennung deutlich verbessert wird.

Ebenfalls in den letzten Jahren gesichert wurde die Tatsache, daß es eindeutige Vorstufen von Dickdarmkrebs gibt, die sogenannten adenomatösen Polypen (aus diesen entstehen mehr als 95% aller Dickdarmkarzinome). Man findet durch endoskopische Untersuchungen bei etwa einem Viertel der Patienten solche adenomatösen Polypen. Diese können meist endoskopisch abgetragen werden, wodurch der Prozeß der Tumorentstehung unterbrochen wird. Bei etwa 5% der Patienten handelt es sich um familiäre Polyposissyndrome, die durch zahlreiche Polypen charakterisiert sind und ohne vollständige Entfernung des Dickdarms durchschnittlich im 40. Lebensjahr zum Tode führen. Bei diesen Patienten, ebenso wie bei einigen anderen vererbbaren Karzinomen, kann heute mit Hilfe genetischer Untersuchungen das Risiko bestimmt werden.

Aus den vorhandenen Daten zur Früherkennung und zur Prävention ergibt sich, daß jeder ab dem 50. Lebensjahr mindestens einmal endoskopisch untersucht werden sollte. Finden sich Polypen, sollten sie entfernt werden. Es ist dann eine 3- bis 5-jährige Kontrolle erforderlich, da Polypen an anderer Stelle gehäuft neu entstehen. Finden sich keine Polypen, ist eine weitere Untersuchung normalerweise erst nach 10 Jahren erforderlich.

Nach wie vor unbefriedigend ist die medikamentöse Behandlung des Kolonkarzinoms, auch wenn hier mit einigen neuen Substanzen Fortschritte erzielt worden sind. Eine Heilung mittels Medikamenten ist allerdings nach wie vor nicht möglich. Sie kann nur chirurgisch erfolgen, wenn der Tumor früh genug diagnostiziert wurde.

Autor/in: Rolf Willhardt
Kategorie/n: Pressemeldungen