„Etwa zehn Prozent der deutschen Bevölkerung sind von einer chronischen Nierenerkrankung betroffen“, führt Prof. Müller aus und unterstreicht, dass damit der Nierenheilkunde eine besondere Bedeutung zukomme. „Die Niere stellt das Stoffegleichgewicht im Körper her.“ Ein Funktionsverlust wirke sich direkt auf andere Organe aus. So erhöht eine Nierenschwäche zum Beispiel das Herzinfarktrisiko deutlich.
Einer seiner wissenschaftlichen Schwerpunkte ist die Erforschung seltener und genetischer Nierenerkrankungen. Er betont: „Ein Großteil der Nierenerkrankungen wird durch seltene Ursachen ausgelöst. Die einzelnen Erkrankungen treten, wie die Bezeichnung sagt, selten auf. Die Zahl der Betroffenen insgesamt ist jedoch sehr hoch, da es viele dieser Erkrankungen gibt.“ Durch seine Forschung will er künftig zu einer noch besseren Versorgung der Betroffenen beitragen. Dabei legt er ein Hauptaugenmerk auf die positive Beeinflussung von Stoffwechselprozessen – entweder medikamentös oder durch Ernährungsaspekte. „Dabei sollten wir auch die Chancen der Vernetzung mit anderen Kliniken und Zentren nutzen. Dies sichert herausragende Medizin und Forschung zu Nierenkrankheiten in NRW und darüber hinaus.“
In der Nephrologie am UKD möchte Prof. Müller insbesondere den Bereich der Nierentransplantationen auf dem ohnehin schon hohen Niveau weiter ausbauen. Ebenfalls sehr gut aufgestellt sei die Fachabteilung bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruck, ein Forschungsschwerpunkt an der Medizinischen Fakultät der HHU. Die Synergien in diesem Bereich möchte er nutzen und weiter ausbauen. „Wichtig ist mir, dass wir das Bewusstsein schärfen, dass wir eine nephrologische Leuchtturmklinik in Düsseldorf haben. Wissenschaft und exzellente Patientenversorgung gehen dabei Hand in Hand.“
Handlungsbedarf sieht Prof. Müller im Bereich der Digitalisierung seiner Klinik. Und er setzt sich große Ziele: „Meine Vision ist, eine der am besten digitalisierten nephrologischen Kliniken in Deutschland zu haben.“