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Hautklinik:
Sonnencreme repariert DNS-Schäden

Zwei Düsseldorfer Dermatologen haben eine neuartige Enzymtherapie entwickelt: Sie schützt vor Sonnenbrand, repariert dabei Erbschäden und mindert das Krebsrisiko.

Hautkrebs hat in den letzten Jahren bedrohlich zugenommen. Der Grund: Immer mehr Menschen suchen die Sonne, ob im Urlaub oder im Sonnenstudio. Gebräunte Haut gilt nach wie vor als "chic". Die Gefahren, die besonders von der sogenannten UVB-Strahlung ausgehen, werden ignoriert. Daß massiver Sonnenbrand die Erbsubstanz der Hautzellen schädigt und selbst niedrige UVB-Strahlung das Immunsystem der Haut schwächt - beides kann zum Krebs führen - ist in der Bevölkerung so gut wie unbekannt. Konventionelle Sonnenschutzmittel helfen zwar, aber nur als Vorbeugung. Zu spät eingecremt, ist mit Schäden an der Erbsubstanz (DNS) und erhöhtem Krebsrisiko zu rechnen.

Zwei Düsseldorfer Wissenschaftler - die Dermatologen Prof. Dr. Jean Krutmann und Dr. Helger Stege (Hautklinik der Heinrich-Heine-Universität) - konnten nun in Zusammenarbeit mit niederländischen Kollegen zeigen, daß es möglich ist, bereits entstandene DNS-Schäden teilweise zu reparieren und damit dem Krebs vorzubeugen. Die Methode beruht dabei auf der Nutzung eines Enzyms (Photolyase), das beim Menschen nicht vorhanden ist, aber z. B. bei Algen oder in den Zellen von Beuteltieren existiert. Die Form der DNS-Reparatur wird "Photoreaktivierung" genannt.

Prof. Dr. Jean Krutmann: "Die neuartige Enzymtherapie ist eine ideale ,After Sun-Behandlung'. In Kombination mit herkömmlichen Sonnencremes schützt sie vor dem Licht und repariert gleichzeitig entstandene DNS-Schäden. Der Zusatz von Photolyase in handelsüblichen Sonnenschutzmitteln, Apres-Sun-Cremes oder auch Tages- und Pflegepräparaten ist in absehbarer Zeit durchaus wahrscheinlich."

Für weitere Informationen: Prof. Dr. Jean Krutmann, Tel. 0211 / 81 - 1 76 27 oder 1 82 45

Autor/in: Rolf Willhardt
Kategorie/n: Pressemeldungen