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Tagung 'Intellektuelle und Sozialdemokratie'
Spannungsreiches Verhältnis

Mit dem nicht immer einfachen Verhältnis zwischen Sozialdemokratie und Intellektuellen beschäftigt sich eine Tagung der Heinrich-Heine-Universität und der Friedrich-Ebert-Stiftung am Donnerstag und Freitag, 9. und 10. Dezember, im Stadtmuseum Düsseldorf.

Mit dem nicht immer einfachen Verhältnis zwischen Sozialdemokratie und Intellektuellen beschäftigt sich eine Tagung der Heinrich-Heine-Universität und der Friedrich-Ebert-Stiftung am Donnerstag und Freitag, 9. und 10. Dezember, im Stadtmuseum Düsseldorf. Heute ist das Verhältnis zwischen Intellektuellen und Sozialdemokraten nicht genau einschätzbar. Wie war es in der Vergangenheit? Der interdisziplinär angelegte Kongreß will dieses Verhältnis aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten: aus Sicht der Historiker, der Politikwissenschaftler und der Germanisten.

Waren im vorigen Jahrhundert die Intellektuellen noch für die Arbeiter da - im Rahmen der Arbeiterbildungsvereine -, befanden sich die Beziehungen während der Weimarer Republik auf einem Tiefpunkt. Die Intellektuellen fühlten sich mehr von den damals starken Kommunisten angezogen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es im Verhältnis sowohl Höhen als auch Tiefen. Die Partei wurde pragmatischer, der intellektuelle Überbau abgelegt. Die Intellektuellen engagierten sich in der Gruppe 47. Trotzdem bestand eine Verbindung. Bestes Beispiel: die Unterstützung von Günter Grass für Willy Brandt in den Wahlkämpfen 1965 und 1969. "Heute ist die Intellektuellen-Landschaft zerklüftet", so Prof. Dr. Bernd Witte, das Verhältnis zur Sozialdemokratie sei spannungsreich. Der Germanist organisiert zusammen mit Prof. Dr. Ulrich von Alemann (Politikwissenschaft II) und Prof. Dr. Hans Hecker vom Historischen Seminar die Tagung.

Am Donnerstagnachmittag steht der Kongreß unter dem Oberthema "Intellektuelle und soziale Frage im Kaiserreich"; im Abendvortrag beschäftigt sich der Schriftsteller Johano Strasser mit der Frage "Intellektuellendämmerung? Die deutschen Intellektuellen nach 1989". Am Freitag stehen die Themen "Die linken Intellektuellen und die gespaltenen Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik" sowie "Sozialdemokratie und Intellektuelle seit 1945: eine komplizierte Beziehung" auf dem Programm. Im nächsten Jahr sollen weitere Kongresse folgen, etwa zum Verhältnis vonIntellektuelle und Konservative. Insgesamt ist die Reihe als interdisziplinäres Forschungsprojekt der Philosophischen Fakultät über einen längeren Zeitraum angelegt. Für die Veranstaltung am 9. und 10. Dezember sind Anmeldungen per Fax unter 0211/8 11 29 51 beim Lehrstuhl Germanistik II möglich. Das komplette Tagungsprogramm findet sich unter http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/germ2/forschung/spd_koll.htm

Autor/in: Martin Messer
Kategorie/n: Pressemeldungen