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Vortragsreihe Forschung im Fokus

Wie prägt Fiktion Erinnerungskultur?

Referentin: Prof. Dr. Daniela Kuschel (HHU)

Fiktionale Medien wie Romane, Filme, Comics oder auch Spiele verhandeln historische Ereignisse und prägen damit unser Bild von der Vergangenheit. Der Vortrag geht insbesondere dem Potenzial von Geschichtsfiktionen im Umgang mit traumatischer Vergangenheit nach und zeigt – unter anderem am Beispiel des Spanischen Bürgerkriegs und der Franco-Diktatur –, wie fiktionale Erzählungen historische Gewalterfahrungen ästhetisch und emotional erfahrbar machen. Diskutiert wird, dass solche Werke nicht nur Vergangenheit als „Stofflager“ für Geschichten nutzen, sondern aktiv an Prozessen des Erinnerns beteiligt sind: Sie beeinflussen, welche Ereignisse und Erfahrungen im kollektiven Gedächtnis präsent sind, können individuelle und kollektive Traumata erzählen oder langes Schweigen aufbrechen und so neue, oft marginalisierte Perspektiven eröffnen. 

Der Vortrag lädt dazu ein, Fiktion als wichtigen Bestandteil von Erinnerungskulturen zu begreifen, der offizielle Geschichtsbilder ergänzt, hinterfragt und neue Zugänge zu Vergangenheit eröffnet.

ICS

Veranstaltungsdetails

11.06.2026, 19:00 Uhr - 20:30 Uhr